Application Performance Management

Es zählt nur, was beim Anwender ankommt

Im Mittelpunkt der Beurteilung von IT-Investitionen steht die Qualität der IT für den Anwender also Funktionalität, Verfügbarkeit und Performance. Traditionelle Messparameter wie Auslastung, Server- oder Netzverfügbarkeit treten immer mehr in den Hintergrund. Für den Anwender zählt die Leistung an seinem Arbeitsplatz. Dies wird allgemein als End User Experience (EUE) bezeichnet. Neue Messtechniken können die User Experience heute erfassen; auch für große Anwenderzahlen und an vielen Standorten bzw. für Anwender im Internet (E-Commerce, Außendienst, Filialen etc.).

End User Experience ist aber nur eine Teildisziplin des Application Performance Management (APM). Während User Experience primär das Ziel verfolgt, vom Anwender erlebte IT-Qualität sichtbar zu machen, sind für ein umfassendes Application Performance Management weitere Teildisziplinen erforderlich:

  • Impact-Analyse
    Wie viele Anwender und welche Business-Transaktionen sind von einer Verfügbarkeits- oder Performance-Einschränkung betroffen? Seit wann? An welchen Standorten?
  • Fault Domain Isolation
    Welche IT-Domäne ist verantwortlich für die Einschränkung? Netz oder Datacenter? Service-Provider? Citrix-Umgebung? Ziel ist eine schnelle Eingrenzung und damit effiziente Analyse und Lösung des Problems.
  • Deep Dive
    Eine umfassende APM-Lösung sollte für jede Fault Domain (insbesondere Netz und Data Center) über geeignete Deep-Dive-Analysefunktionen verfügen, um die Störung soweit eingrenzen.

Weitere Anforderungen an moderne APM-Lösungen

Benutzererkennung und Transaktionserkennung

Nur durch feingranulare Messung der Performance auf User- und Transaktionsebene ist eine spezifische Performanceanalyse möglich. Performance-Mittelwerte über unterschiedliche Transaktionen oder ganze Applikationen verhindern ein echtes Verständnis für die Problemursachen. Dies ist ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal von APM-Lösungen im Vergleich zu Infrastructure Performance Tools.

Breite Abdeckung an Messverfahren

Oft startet eine User Experience-Initiative mit dem Wunsch nach synthetischem Monitoring wichtiger Applikationen für einen Verfügbarkeits- und SLA-Nachweis. Später soll Real User Monitoring für wichtige Business-Applikationen sowie Deep Dive Analyse im Rechenzentrum ergänzt werden. Schließlich muss die eCommerce-Plattform in der Cloud aus Nutzersicht überwacht werden – User Experience/APM ist immer eine Reise bzw. ein Entwicklungsprozess. Eine APM-Lösung muss dies durch vielfältige Messverfahren in enger Integration abdecken.

Breite Abdeckung an Technologien

Auch wenn viele wichtige Anwendungen heute Web-basiert sind, existiert gerade in großen Unternehmen eine Vielzahl weiterer Applikations-technologien, z.B. SAP oder Mainframe. Eine APM-Lösung muss hier eine große Technologie-breite abdecken können.

Die Gründe für das steigende Interesse an Application Performance Managment liegen auf der Hand. APM-Projekte verfügen über eine hohe Visibilität im Unternehmen – bis auf Vorstandsebene. Schließlich werden Daten über die Verfügbarkeit und Performance unternehmenskritischer Anwendungen erhoben, die auch Nicht-IT-Fachleute nachvollziehen können sollen. Die IT-Abteilung kann sich nicht länger hinter der verhältnismäßig einfach nachweisbaren Verfügbarkeit einzelner IT-Komponenten (Server, Datenbank, Netzinfrastruktur) verstecken, sondern muss immer häufiger die Verantwortung für das Ergebnis beim Anwender übernehmen. So ist es nicht verwunderlich, dass der Anstoß für APM-Projekte immer öfter nicht aus der IT, sondern aus den Fachabteilungen kommt.

Marktentwicklung im Bereich APM

Reifegradmodell

Marktanalysten prognostizieren sowohl für den Bereich End User Experience und Application Performance Management, als auch SLM/BSM signifikantes Wachstum für die nächsten Jahre. Gefördert wird diese Entwicklung durch die Tatsache, dass viele Unternehmen mittlerweile die zweite Stufe der IT-Reife (reaktiv) im fünfstufigen IT-Reifegradmodell erreicht haben (vgl. Abbildung 1) und nun versuchen, ihre IT in Richtung Stufe 3 (proaktiv) bzw. Stufe 4 (service-orientiert) weiter zu entwickeln.

Überblick APM- und EUE-Messverfahren

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die typischen Methoden, Technologien und Einsatzszenarien der wichtigsten EUE- und APM-Messverfahren, sowie über die von Amasol jeweils eingesetzten Produkte.

Methodik Technologie Kurzbeschreibung Typische Use Cases APM Lösungskomponente
EUE-Technologien
Synthetisches Monitoring – periodische Messung ausgewählter Referenz-transaktionen On-Premise Roboter Messung von Arbeitsplatzrechnern im Unternehmensnetz 24×7 Verfügbarkeits- und SLA-Nachweis für Unter-nehmensapplikationen Dynatrace SMPE, CA Unified Infrastructure Management, ServiceTrace
Synthetisches Monitoring – periodische Messung ausgewählter Referenztransaktionen Cloud Roboter Messung von Messpunkten im Internet, bei Serviceprovidern und Endanwendern, typischerweise als Software as a Service Lösung. 24×7 Verfügbarkeits- und SLA-Nachweis für e-Commerce, Web- und mobile Applikationen Dynatrace User Experience Management, CA Unified Infrastructure Management Cloud Monitor, CA App Synthetic Monitoring
Real User Monitoring (RUM) – Performance-Messung aus Anwendersicht, durch passive Beobachtung der von „echten” Anwendern durchgeführten Transaktionen IP-Flow-basiert Transaktionserkennung und Performance-analyse durch passive Beobachtung des Datenstroms im Netz Real User Monitoring für Unternehmensapplikationen, die im eigenen RZ bzw. gehostet betrieben werden Dynatrace DCRUM, CA APM CEM
Real User Monitoring (RUM) – Performance-Messung aus Anwendersicht, durch passive Beobachtung der von „echten” Anwendern durchgeführten Transaktionen Browser-basiert Transaktionserkennung und Performance-analyse durch passive Beobachtung der Anwenderaktionen im Browser Real User Monitoring für Web-Applikationen Dynatrace User Experience Management, CA APM CEM
Real User Monitoring (RUM) – Performance-Messung aus Anwendersicht, durch passive Beobachtung der von „echten” Anwendern durchgeführten Transaktionen Client-basiert Transaktionserkennung und Performance-analyse durch passive Beobachtung der Anwenderaktionen in der Client-Applikation Real User Monitoring für Web- und mobile Applikationen sowie Unternehmensanwendungen mit proprietären Rich Clients Dynatrace User Experience Management
APM Deep Dive Technologien
Network-aware APMAPM Deep Dive mit Focus auf die Anwendungsperformance in unterschiedlichen Delivery-Netzen (LAN, WAN, Thin Client, Internet, Mobile, …) IP-Flow-Analyse Transaktionserkennung und Performance-analyse durch passive Beobachtung des Datenstroms im Netz Fault-Domain Isolation Netz/Datacenter für Unternehmensapplikationen, die im eigenen RZ bzw. gehostet betrieben werden Dynatrace DCRUM, CA APM CEM
Agent-based APMAPM Deep Dive mit Fokus auf die Anwendungsperformance im Datacenter Code-Instrumentierung Transaktionserkennung und Performance-analyse durch Einsatz von Applikations-Server-Agenten Deep-Dive Analyse der Applikationsperformance im RZ durch Multi-Tier Transaktionsverfolgung Dynatrace Application Monitoring, CA APM

Best Practice: Kombination der Verfahren

Wie aus diesem Überblick deutlich wird, gibt es nicht ein „bestes“ EUE-/APM-Verfahren, es kommt vielmehr darauf an, für die unternehmensspezifische Aufgabenstellung einen sinnvollen Mix zusammenzustellen und zu integrieren. Bei der Auswahl des Anbieters sollte die Wahl auf einen Anbieter fallen, der alle benötigten Verfahren beherrscht, um den sonst höheren Integrationsaufwand zwischen den Lösungen zu vermeiden.

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